Greenkeeping

Golfclub > Plätze > Greenkeeping

Mitarbeiter

Christian Franke
Unser Greenkeepingteam unter der Leitung von Head Greenkeeper Christian Franke bereitet die Golfanlage fachgerecht und optimal für Ihr Golfspiel vor.

Christian Franke, Head Greenkeeper mit seinem Team: 
Johannes Henke (Mechaniker), Jörg Auris, Hans Peter, Heiko Pagels, Danny Burchardt, Christian Brode, Ewgenij Kytayew, Gary Douglas, Matthias Stumm, Hans-Joachim Bleier, Björn Rubow, Thomas Mielke, Victor Didenken.

bito Arena in progress

Greenkeeping
bito Arena in progress

Die neue Übungsanlage am Golfschulhaus - bito Arena - nimmt langsam Gestalt an. Während zu Winterbeginn mit freiem Auge eigentlich nur knietief Matsch mit Bagger zu sehen war, erkennt man nun die riesige Übungsfläche mit großen Bunkern, Stufengrün, Anspielhügel und Treppentopfbunkern bereits sehr genau. Auch der neue Abschlag für Longhitter, die nun 300 m diagonal über die Driving Range schlagen können, ist eingesät.

Pflegetermine 2012

Regelmäßige Pflegetermine: Montag im wöchentlichen Wechsel ist jeweils ein Platz für Vertikutierarbeiten, Belüften mit Crosstines und TOP-Dressing auf den Grüns gesperrt. Pflanzenschutzmaßnahmen und Flüssigdüngung/Feststoffdüngung werden ebenfalls hauptsächlich an diesen Terminen durchgeführt.
Aerifiziertermine für Grüns/Vorgrüns/Abschläge/weitere Maßnahmen:
  • 12.-15. März 2012 Ostplatz Grüns aerifizieren
  • 23.-26. April 2012 Westplatz Grüns aerifizieren
  • 14.-16. Mai 2012 Ostplatz Grüns aerifizieren
  • 18.-21. Juni 2012 Westplatz Grüns aerifizieren
  • 16.-19. Juli 2012 Ostplatz Grüns aerifizieren
  • 06.-09. August 2012 Westplatz Grüns aerifizieren
  • 10.-13. September Ostplatz Grüns aerifizieren 

Um Ihnen Freude am Spiel durch gepflegte Spielflächen zu ermöglichen, sind regelmäßige - und in manchen Fällen Ihre Golfrunde beeinträchtigende - Pflegemaßnahmen unerlässlich. Wir bedanken uns ganz herzlich für Ihre Geduld!

Die genannten Pflegetermine sind Plangrößen. Je nach Witterung können sich die Arbeiten zeitlich verschieben. Petrus hält sich nicht immer genau an unseren Pflegeplan - leider.

Vertikutieren, Aerifizieren, Besanden

Greenkeeping
ausgestochene Cores auf dem Grün

Jede Pflegemaßnahme ist mit einer Einschränkung des Spielbetriebs verbunden. Viele Mitglieder und Gäste sind überrascht, wenn es in den Sekretariaten der Golfanlagen heißt:"Heute werden Pflegemaßnahmen durchgeführt, es ist nur ein eingeschränkter Spielbetrieb möglich." Bei den im folgenden beschriebenen Maßnahmen handelt es sich um Maßnahmen, die für die Regeneration der Rasennarbe unbedingt erforderlich sind.

Regenerationsmaßnahmen werden um so wichtiger, je mehr die Golfanlage genutzt wird und je ungünstiger die Witterungsbedingungen auf der Anlage sind. Für das Erhalten und Nutzen, bzw. für das Bespielen der Rasenflächen ist unter anderem eine ausreichende Durchlässigkeit der Rasennarbe für Wasser eine wichtige Voraussetzung. Die häufige Überbelastung (durch Tritt, Befahren) einzelner Spielelemente einer Golfanlage, insbesondere der Abschläge und Grüns, führen zu Verdichtungen. Diese Verdichtungen machen den Einsatz von mechanischen Maßnahmen zwingend notwendig, um diese strapazierten Rasenflächen funktionstüchtig zu erhalten.

Neben dieser Überbelastung der Grasnarbe gibt es weitere, natürliche Gründe, Regenerationsmaßnahmen durchzuführen. So bilden Rasengräser - bedingt durch die natürliche Bildung neuer Triebe - einen permanenten Filz. Rasenfilz ist organisches Material, dass sich verstärkt auf abgemagerten, biologisch schwach aktiven Böden (z.B. Golfgrüns) bildet. Diese Filzschicht,  die aus abgestorbenen Grastrieben und Wurzeln besteht, führt bei Nässe zu weichen Grüns (oft Ursache für langsame Grüns) und wirkt wie ein Schwamm, der eine gleichmäßige Durchfeuchtung des Bodens (Rasentragschicht) verhindert. Dies wiederum hat zur Folge, daß diese Rasenflächen anfälliger gegen pilzliche Krankheitserreger sind. Die Wurzeln wachsen nicht in den Boden sondern breiten sich nur in einer flachen, oberen Schicht aus. Somit wird die Wasser- und Nährstoffdurchlässigkeit in tiefere Schichten vermindert. Die Rasennarbe ist nicht sehr belastbar. Eine zu starke Verfilzung kann zu größeren Problemen beim Spielbetrieb führen (z.B. Wasserstau und / oder Trockenstellen auf den Grüns). Um die Bildung von Filzauflagen zu verhindern, wird beim Vertikutieren das organische Material mit rotierenden Messern vertikal durchschnitten und anschließend entfernt. Da das Wachstum der Gräser in den Monaten April bis Juli am stärksten ausgeprägt ist, ist in diesen Zeiten ein häufigeres Vertikutieren empfehlenswert.

Beim Aerifizieren, dem Belüften des Bodens durch Einbringen von Löchern, wird die Rasentragschicht mechanisch, meist mit sog. Hohlstacheln (Hohlspoons) gelockert. Dies führt dazu, dass Erdkerne (Cores) ausgestochen werden und auf der Rasenoberfläche verbleiben, die in eienem zweiten Arbeitsgang - entweder mechanisch oder von Hand - abgeräumt werden müssen. In der Praxis wird diese Maßnahme zwei bis drei Mal pro Jahr auf den Grüns und Abschlägen durchgeführt. Das anschließende Besanden der ausgestochenen ca. 5 bis 12 cm tiefen Löcher (ca. 400 Löcher pro m²) dient dem Verfüllen der entstandenen Hohlräume. Bei dieser, wiederum mit Spezialmaschinen durchgeführten Maßnahme, ist große Sorgfalt ebenso entscheidend wie die Wahl der richtigen Sandqualität. Anderenfalls kann der gewünschte Erfolg ausbleiben. Mit einer rotierenden Spezialbürste wird der Sand mehrfach eingeschleppt bis alle Löcher vollständig mit Sand gefüllt sind. Wichtig ist hierbei, dass der Sand auf den Grüns abtrocknen kann, da sich nur trockener Sand in die ausgestochenen Löcher verfüllen läßt.
Mit diesen Regenerationsmaßnahmen wird
- Rasenfilz verringert, Luft-/Wasserverhältnis im Boden verbessert
Die gewünschten Folgen sind
-Förderung des Wurzeltiefganges
-Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Pflanze gegenüber Nähststoffmangel, Trockenstress und Krankheitsbefall

Deshalb muss bei der Golfplatzpflege eine gesunde und dichte Grasnarbe, bei gleichzeitiger Erhaltung einer guten Wasserdurchlässigkeit und Ebenheit, insbesondere auf den Grüns, angestrebt, gefördert und erhalten werden. Dafür müssen alle Pflegemaßnahmen ergriffen werden, die zur Förderung des Wurzelsystems beitragen. Dabei ist die Abstimmung der einzelnen Pflegemaßnahmen, die rechtzeitige Koordination mit dem Spielbetrieb  und die Bekanntgabe an Mitglieder und Gäste von großer Bedeutung, damit letztere Verständnis für die Pflegearbeiten haben und bald wieder Freude auf dem gepflegten Gras haben können.

Winter - Freizeit?

Greenkeeping

Man möchte meinen, wenn im Winter der Spielbetrieb stark eingeschränkt ist, hat unsere Rasenpflegemannschaft Freizeit. Ein wenig Wahres ist daran schon: während der Vegetationspause werden selbstredend die Urlaube in Anspruch genommen und im Sommer anfallende Mehrarbeit in Freizeit ausgeglichen. Aber die Liste der für diesen Winter geplanten Arbeiten ist lang.:

- Umbau Terrasse Clubhaus
- Ausbau der Werkstatt im Bereich Greenkeeping
- Baumschnittarbeiten auf beiden Plätzen
- Winterdienst (Schneeräumung)
- evtl. Umbau der ehemaligen "Gruezi-Arena" (Pitching Grün an der Golfschule)
- separater Wasseranschluss für die Toilette am Halfwayhaus Ost
- Aerifizieren der Abschläge auf dem Westplatz
- Überholung und Reparatur aller Maschinen, Schliff aller Spindelmäher

Berichte und Infos

-> Pitchmarks - Ein Thema für jeden Golfer
WICHTIG: PITCHMARKEN SOFORT REPARIEREN

Jeder Golfspieler kennt die Problematik: Je nach Länge und Flugkurve eines Annäherungsschlages auf das Grün, hinterlässt der Golfball an der Aufschlagstelle eine deutliche Vertiefung. Wie tief diese "Pitchmark" ausfällt, hängt von vielen Faktoren ab.

Die Wucht des Aufschlags beeinträchtigt nicht nur den Ballverlauf beim Putten sondern verletzt auch die Gräser. Davon ist insbesondere der so wichtige Vegetationspunkt im Herz der Pflanze betroffen. Der Vegetationspunkt ist das Gewebe, in dem neue Blätter gebildet werden. Die Folge des Ballaufschlages ist daher ein zumindest gestörtes, wenn nicht gar gestopptes Gräserwachstum an diesen Stellen.

Was können Spieler, Greenkeeper und die Natur zur Beseitigung der Schäden tun?
Die wichtigste Sofortmaßnahme ist, dass der Golfspieler die Bodenvertiefung direkt beseitig. Mit seiner Pitchgabel fährt er dazu 3-4 mal seitlich unter die Vertiefung und hebt, durch drehen, den Boden wieder an. Da lockert den Boden und gleicht die Unebenheit aus. Damit hat der Spieler die Basis für eine schnelle und optimale Schadensbeseitigung gelegt. Es sollte aber auch im eigenen Interesse eines jeden Spielers liegen, für faire Bedingungen auf dem Grün auch für nachfolgende Spieler zu sorgen.

Mit einer Pitchgabel allein wird aber nicht die massive Wachstumsstörung behoben, auch die Natur ist als Helferin gefragt. Im Frühjahr, der wachstumsstärksten Zeit, verwächst sich das Problem in 2 - 3 Wochen. Im Herbst und Winter, wenn das Wachstum nachlässt oder ganz eingestellt ist, dauert es entsprechend wesentlich länger, bis die Pitchmarke verschwunden ist. Auch der Greenkeeper wird seinerseits Maßnahmen ergreifen, um das Gräserwachstum anzuregen und damit die Beschädigung zu beseitigen. Zuallererst ist das eine ausgeglichene und gleichmäßige Nährstoffversorgung. Sie macht die Pflanzen auch für solche physischen Schäden widerstandsfähiger. Daneben kommt den beiden klassischen Bodenverbesserungsmaßnahmen, Aerifizieren und Besanden, eine große Bedeutung zu. Beide Maßnahmen tragen dazu bei, Unebenheiten, wie etwa durch Pitchmarken, auszugleichen.

Kann man durch Pitchmarken entstandenen Schäden vorbeugen?
Nur begrenzt auf jeden Fall. Wichtig ist es sicherlich, den Boden nicht zu feucht werden zu lassen und für einen raschen Wasserabfluss zu sorgen. Daher sind eine gute Drainage und bodenverbessernde Maßnahmen auch vorbeugend wichtig. Dazu kommt selbstverständlich eine stets gleichmäßige Nähststoffversorgung, die die Grasnarbe wüchsig erhält. Stress durch unnötige Belastung, ungleichmäßigen oder zu tiefen Schnitt oder auch Trockenheit, sollte vermieden werden. Darüber hinaus kann auch eine dünne Filzschicht auf der Grasnarbe helfen, Schäden zu reduzieren. Diese Schicht schützt den Boden ein wenig vor der Wucht des Balles und trägt dazu bei, dass die "Beule" nicht so tief wird.

-> Pflege- und Beregnungssperren am Morgen - Warum?


Trockenperioden haben zur Folge, dass wir in der Nachtzeit nicht genügend Wasser auf die einzelnen Spielelemente bekommen haben. Das heißt: tagsüber wird mehr Wasser verdunstet als wir nachliefern können. Unsere Beregnungsanlage schafft zirka 1000 Tonnen Wasser pro Nacht und stößt bei solchen Witterungsbedingungen an ihre Grenzen. Seit Anfang Mai 09 hat es bei uns nur 50 Liter pro Quadratmeter geregnet. Um den Gräserbestand am Leben zu erhalten mussten wir uns etwas einfallen lassen. Als beste Idee schien uns die Sperrung jeweils eines Platzes in den Morgenstunden. So konnten wir manuell an Stellen, die besonders stark austrocknen (Bodenwellen, Modellierungen) noch etwas nachbessern. Damit der Spielbetrieb nicht zu sehr leidet, wurde abwechselnd jeweils ein Platz für die "Frühspieler" offen gelassen. Die Beregnungssperre dient aber auch noch dazu, andere Pflegearbeiten, wie Vertikutieren, Ausbessern der Abschläge oder Instandhaltung der Beregnungsanlage möglichst zügig durchzuführen.

Übrigens: 18Loch- Golfplätze nutzen meistens jeden Montag zur Platzpflege. Wir bieten Ihnen jeden Montag freien und ungestörten Spielbetrieb auf einem unserer Golfplätze. Als 36- Lochanlage haben wir aber deshalb rein pflegetechnisch halb soviel Zeit für Grüns, Tees, Bunker etc. da wir nur alle zwei Wochen auf jeweils einem Platz solche Maßnahmen durchführen.

Das Greenkeepingteam verucht, an den Pflegetagen so schnell wie möglich mit der Arbeit fertig zu werden. Sicherlich ist Ihnen aufgefallen, dass in diesem Jahr an Tagen mit montäglicher Pflegesperrung der Platz gegenüber den früheren Jahren ab 15:00 Uhr wieder aufgemacht wurde damit Sie nachmittags freie Bahn auf beiden Plätzen haben.

Ihr Christian Franke, Head Greenkeeper


-> Hardroughs mähen wann, wie, wo und warum
Hardroughs: rauh, ökologisch wertvoll aber spielbar!

Lange ersehnen unsere Golfer den Zeitpunkt an dem es endlich soweit ist: Die Hardrougs werden gemäht! Dennoch ist den meisten Golfern unklar warum so spät, warum genau diese Flächen und warum auf diese Weise (gepresste Ballen)?

Die Roughbereiche an unseren Golfplätzen wurden beim Bau mühevoll mit Gräsern, die einen mageren Bewuchs darstellen angesäht. Diese "Rotschwingelroughs" zeichnen sich dadurch aus, dass der Ball leicht zu finden ist und dennoch ein ca. 40cm hoher Bewuchs und eine schöne Optik und Strukturierung der Plätze erhalten bleibt.

Wichtigster Punkt für den Erhalt solcher spielbarer Roughs ist ein magerer Boden, da sich sonst andere Gräser zu einem dichten Unterwuchs etablieren.

Auf den Bahnen 10-12 am Ostplatz wurde früher landwirtschaftlich sehr stark gedüngt, wodurch ein deutlich höherer Sticksottgehalt im Boden besteht, als in den anderen Bereichen.

Leider wurden die angesähten Roughs in den ersten Jahren mit einem Mulchmäher gemäht und das Schnittgut zerkleinert liegengelassen, so dass eine sogenannte "Gründüngung" der Bereiche stattfand. Dies führte dazu, dass die Bereiche nicht mager blieben, sondern die Gräserbestände fetter wurden und sich viele dicke Unkräuter ansiedelten.

Wie und wann auf den Flächen abseits der Spielbahnen gemäht werden soll und darf regelt ein der Baugenehmigung zugrunde liegender "landschaftspflegerischer Begleitplan". Dieser legt für alle Spielelemente fest, wann, wie oft und wie gemäht und gedüngt werden darf.

Für die Hardroughs ist in diesem „landschaftspflegerischen Begleitplan“ pro Jahr eine 1-2-malige Mahd mit Abtragung des Schnittgutes vorgesehen, die nicht vor dem 15.06 erfolgen darf. Dies begründet sich einerseits in der gewünschten weiteren Ausmagerung der Flächen und einer bestimmten nötigen Mindestlänge der Gräser, damit diese technisch aufgenommen werden können, andererseits aus dem Schutz bodenbrütender Vögel.

Wir haben uns entschieden zur Wiederherstellung magerer Bodenstandorte nahe der Spielbahnen (7m-8m daneben) zweimalig mit Schnittgutabtrag zu mähen, um schnell die ursprünglich geplante Magerrasen-Roughsituation zu regenerieren. Die so genannten Ruderalflächen weiter abseits der Spielbahnen werden wir nur im Herbst abmähen und abtragen, damit die landschaftliche Struktur des Platzes mit den wogenden Roughs erhalten bleibt.

Der Abtrag des Schnittgutes erfolgt als gepresster Heuballen, die ein ortansässiger Landwirt verwertet, so dass wir keine Entsorgungsproblematik haben. Wir mähen die Hardrough-Bereiche mit einem Kreiselmähwerk ab, wenden und schwaden das getrocknete Schnittgut. Für den anschließen Aufwand des Ballenpressens entsteht uns dann weder maschineller noch personeller Aufwand.

Da dieses Vorgehen die einzige Möglichkeit ist die Roughs langfristig wieder spielbar zu machen, ohne einen Bodenaustausch auf mehreren Hektar durchzuführen, bitten wir um Verständnis, dass der Spielbetrieb an den Mähtagen eventuell leicht gestört wird. Wir wünschen Ihnen trotz der gemähten Roughs gerade Golfschläge und danken für Ihr Verständnis.

Pitchmarks - ein Problem für Golfer und Greenkeeper

Jeder Golfspieler kennt das Problem: Je nach Art Ihres Annäherungsschlages auf das Grün, hinterlässt der Golfball an der "Einschlagstelle" eine mehr oder weniger deutliche Vertiefung. Wie tief diese sogenannte "Pitchmark" ausfällt, hängt - neben Spin, Flugbahn und Geschwindigkeit, also Ihrer Spieltechnik - auch von den Bodenverhältnissen (Feuchtigkeit, Sandgehalt) und von einer möglicherweise vorhandenen Filzschicht auf dem Grün ab. Die Wucht des Aufschlags beeinträchtigt nicht nur den Ballverlauf aller über diese Stelle rollenden Putts, sondern verletzt auch die Gräser. Davon ist insbesondere der so wichtige Vegetationspunkt im Herzen der Pflanze betroffen. Der Vegetationspunkt ist das Gewebe, in dem neue Blätter gebildet werden. Die Folge des Ballaufschlags ist ein zumindest gestörtes, wenn nicht gar gestopptes Gräserwachstum an dieser Stelle der Graspflanze.
Was können Spieler, Greenkeeper und die Natur zur Beseitigung der Schäden tun? Die wichtigste Sofortmaßnahme ist, dass der Golfspieler die Bodenvertiefung umgehend beseitigt. Mit seiner Pitchgabel fährt er dazu 3-4 mal seitlich unter die Vertiefung und hebt, durch drehen, den Boden wieder an. Das lockert den Boden und gleicht die Unebenheiten aus. Mit dieser einfachen Verrichtung hat der Spieler die Basis für eine schnelle und optimale Schadensbeseitigung gelegt. Es sollte im Eigeninteresse eines jeden Spielers liegen, für faire Bedingungen auf dem Grün auch für nachfolgenden Spieler zu sorgen. Mit einer Pitchgabel allein wird aber nicht die massive Wachstumsstörung behoben, auch die Natur ist als Helferin gefragt.
Im Frühjahr, der wachstumsstärksten Zeit, verwächst sich das Problem "Pitchmark" in 2-3 Wochen. Im Herbst und Winter, wenn das Wachstum nachlässt oder ganz eingestellt ist, dauert es entsprechend länger, bis die Pitchmarke verschwunden ist. Auch der Greenkeeper wird seinerseits Maßnahmen ergreifen, um das Gräserwachstum anzuregen und damit die Beschädigung zu beseitigen.
Zuvorderst ist das eine ausgeglichene und gleichmäßige Nährstoffversorgung der Pflanzen. Diese macht die Gräser auch für physische Schäden wie Pitchmarks widerstandsfähiger. Daneben kommt den beiden klassischen Bodenverbesserungsmaßnahmen, Aerifizieren und Besanden, eine große Bedeutung zu. Beide Maßnahmen tragen dazu bei, Unebenheiten, wie etwa durch Pitchmarks verursacht, auszugleichen.
Kann man den durch Pitchmarks entstandenen Schäden vorbeugen? Leider nur begrenzt. Es ist wichtig, den Boden nicht zu feucht werden zu lassen und für einen raschen Wasserabfluss zu sorgen. Aus diesem Grund sind eine gute Drainage und bodenverbessernde Maßnahmen auch vorbeugend unerlässlich. Dazu kommt selbstverständlich eine stets gleichmäßige Nährstoffversorgung, welche die Grasnarbe wüchsig erhält. Stress durch unnötige Belastung, ungleichmäßigen oder zu tiefen Schnitt oder übermäßige Trockenheit sollten tunlichst vermieden werden.
Auch eine dünne Filzschicht auf der Grasnarbe kann helfen, Schäden zu reduzieren. Diese Schicht schützt den Boden ein wenig vor der Wucht des Balles und trägt dazu bei, dass die „Beule“ nicht so tief wird.



-> Nur mähen oder mehr?
In der Golfplatzpflege hat sich die Rolle des Greenkeepers und damit seine Wertschätzung in den vergangenen Jahren erheblich gewandelt. Dies ist ein Ergebnis der gestiegenen Qualität der Platzpflege und damit des Platzzustandes. Ermöglicht durch die Einführung der Greenkeeper Fortbildung konnten immer mehr “Platzpfleger” den steigenden Anforderungen durch entsprechende fachlich qualifizierte Arbeit Rechnung tragen. Aus dem “Rasen mähen” ist ein “Pflegemanagement” entstanden. Tatsächlich werden heute vom verantwortlichen Greenkeeper - in Deutschland in der Regel in der Position “Head-Greenkeeper” tätig - nicht mehr nur handwerkliche Fähigkeiten und fachliches Wissen vorausgesetzt, sondern insbesondere Managementqualitäten verlangt. Denn laut eines Betriebsvergleiches des DGV fällt der größte Teil der durchschnittlichen Jahresausgaben einer 18-Löcher-Anlage, mit 53,3 % bei Golfplatzpflege bzw. im Geschäftsbereich “Platz” an. Der Head-Greenkeeper trägt neben der Verantwortung für das Jahresbudget und einen Maschinenpark im Wert von rund € 500.000 auch die Verantwortung für seine Mitarbeiter in der Platzpflege. Auf einem 18-Löcher-Golfplatz sind im Durchschnitt vier bis sechs Mitarbeiter im Einsatz. Die Basis für eine professionelle Golfplatzpflege wird durch die seit 1989 angebotene Greenkeeper Fortbildung zum Fachagrarwirt Golfplatzpflege - Geprüfter Greenkeeper geschaffen.
-> Regenerationsmaßnahmen im Greenkeeping
Regenerationsmaßnahmen werden um so wichtiger, je stärker die Golfanlage frequentiert wird und je ungünstiger die Boden- und Witterungsbedingungen auf der Anlage sind. Für das Erhalten und Nutzen, sprich: für das Bespielen der Rasenflächen ist unter anderem eine ausreichende Durchlässigkeit der Rasennarbe für Wasser eine wichtige Voraussetzung.
Die häufige Überbelastung (durch Tritt aber auch durch Pflegemaschinen) einzelner Spielelemente einer Golfanlage, insbesondere der Abschläge und Grüns, führen zu Verdichtungen. Diese Verdichtungen machen den Einsatz von mechanischen Maßnahmen zwingend notwendig , um die diese strapazierten Rasenflächen funktionstüchtig zu erhalten. Neben dieser Überbelastung der Grasnarbe gibt es weitere, natürliche Gründe, Regenerationsmaßnahmen durchzuführen.
So bilden Rasengräser – bedingt durch die natürliche Bildung neuer Triebe – einen permanenten sog. "Filz". Rasenfilz ist organisches Material, das sich verstärkt auf abgemagerten, biologisch schwach aktiven Böden (z.B. Golfgrüns) bildet. Diese Filzschicht, die aus abgestorbenen Grastrieben und Wurzeln besteht, führt bei Nässe zu weichen Grüns (oft Ursache für langsame Grüns!) und wirkt wie ein Schwamm, der eine gleichmäßige Durchfeuchtung des Bodens (Rasentragschicht) verhindert.
Dies hat zur Folge, dass diese Rasenflächen anfälliger gegen pilzliche Krankheitserreger sind. Die Wurzeln wachsen nicht in den Boden, sondern breiten sich nur in einer flachen oberen Schicht aus. Dadurch wird die Wasser- und Nährstoffdurchlässigkeit in tiefere Bodenschichten vermindert. Die Rasennarbe ist nicht sehr belastbar. Eine zu starke Verfilzung kann zu größeren Problemen beim Spielbetrieb führen (z.B. Wasserstau und/oder Trockenstellen auf den Grüns). Um die Bildung von Filzauflagen zu verhindern, wird beim Vertikutieren das organische Material mit rotierenden Messern vertikal durchschnitten und anschließend entfernt.
Da das Wachstum der Gräser in den Monaten April bis Juli am stärksten ausgeprägt ist, ist während dieses Zeitraumes wiederholtes Vertikutieren empfehlenswert. Beim Aerifizieren, dem Belüften des Bodens durch Einbringen von Löchern, wird die Rasentragschicht mechanisch, meist mit sog. Hohlstacheln (Hohlspoons) gelockert. Dies führt dazu, dass Erdkerne (Cores) ausgestochen werden und auf der Rasenoberfläche verbleiben, die in einem zweiten Arbeitsgang - entweder mechanisch oder von Hand - abgeräumt werden müssen. In der Praxis wird diese Maßnahme zwei bis drei Mal pro Jahr auf den Grüns und ein bis zwei Mal pro Jahr auf den Abschlägen durchgeführt.
Das anschließende Besanden der ausgestochenen ca. 5 bis 12 cm tiefen Löcher (ca. 400 Löcher pro m²) dient dem Verfüllen der entstandenen Hohlräume. Bei diesem, wiederum mit Spezialmaschinen durchgeführten Arbeitsgang, ist große Sorgfalt ebenso entscheidend wie die Wahl der richtigen Sandqualität. Anderenfalls kann der gewünschte Erfolg ausbleiben.
Mit einer rotierenden Spezialbürste wird der Sand mehrfach eingeschleppt bis alle Löcher vollständig mit Sand gefüllt sind. Wichtig dabei ist, dass der Sand auf den Grüns abtrocknen kann, da sich nur trockener Sand in die ausgestochenen Löcher verfüllen lässt. Mit diesen Regenerationsmaßnahmen wird
  • Rasenfilz verringert,
  • Luft-/Wasserverhältnis im Boden verbessert.
Die gewünschten Folgen sind
  • Förderung des Wurzeltiefgangs
  • Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Graspflanzen gegenüber Nährstoffmangel, Trockenstress und Krankheitsbefall.
Alle unsere Arbeiten und Pflegeschritte zielen auf die Schaffung einer gesunden und dichten Grasnarbe bei gleichzeitiger Erhaltung einer guten Wasserdurchlässigkeit und Ebenheit - insbesondere auf den Grüns - hin. Um dies zu erreichen, setzen wir alle erforderlichen Schritte zur Förderung des Wurzelsystems.

Dabei sind die genaue Abstimmung der einzelnen Pflegemaßnahmen, die rechtzeitige Koordination mit dem Spielbetrieb auf den Plätzen und die Kommunikation unserer Tätikeit an Mitglieder und Gäste der Golfanlage von großer Bedeutung. Schließlich möchten wir, dass Sie Verständnis für die Pflegearbeiten aufbringen und Freude an den gepflegten Grasflächen haben.