Der Standort Stolpe / Hohen Neuendorf und seine Umgebung
Luftaufnahme aus östlicher Richtung, Copyright DGM
Stolpe gehört zur Stadt Hohen Neuendorf im Landkreis Oberhavel an der nordwestlichen Berliner Stadtgrenze. Der Name Oberhavel liegt dem Quellgebiet zu Grunde, welches sich im Müritz Nationalpark befindet. An dieses in Mecklenburg-Vorpommern liegende Quellgebiet grenzt der Landkreis Oberhavel, wo die Havel ihren Weg in die brandenburgische Hauptstadt Potsdam nimmt. Die Natur des Oberhavelkreises gilt als wald- und seenreich und beginnt bei Birkenwerder, dem Nachbarn von Hohen Neuendorf, mit dem Briesetal und endet im Norden am Naturpark Stechlin - Ruppiner Land. Reichhaltige Tonvorkommen entwickelte in der Oberhavel eine Industrie der Ziegelfertigung und Keramikwerkstätten. In Mildenberg steht das Industriedenkmal "Ziegeleipark Mildenberg". Von hier aus wurde sozusagen die Stadt Berlin gebaut, denn die Ziegel aus der Ziegelei wurden mit dem Kahn über die Havel nach Berlin gebracht.
Die Landschaften in Oberhavel
Mehrmals wurde Nordostdeutschland und damit auch die nähere Umgebung der Golfanlage von gewaltigen Eismassen überzogen. Der Naturraum, wie er sich heute darstellt, wurde dabei maßgeblich durch Ablagerungen der letzten Vereisungen (Weichsel - Glazial) und den daran anschließenden nacheiszeitlichen Wirkungen auf die Landschaftsformen geprägt. Das dabei entstandene Relief umfasst viele Elemente der "glazialen Serie", bestehend aus Grundmoräne, Endmoräne, Sander, Talsande und Urstromtal, bereichert um postglaziale Formen, wie Dünen und vermoorte Niederungen, wobei spätglaziale Untergrund- und Oberflächenformen durch Tot- bzw. Wintereis hervorgerufen, zum Teil markant im Untergrund und auch an der Oberfläche ausgebildet sind.
Die Landschaftsentstehung
Hohen Neuendorf und damit auch die Golfanlage liegt auf dem Westteil des Westbarnim, der naturräumlich zur Ostbrandenburgischen Platte gehört und erstreckt sich von dort über die nordwestliche Hangkante der Hochfläche bis zur großen Havelniederung, dieTeil des Luchlandes ist. Die Hochfläche des Barnim wird im Süden vom Berliner, im Norden vom Eberswalder Urstromtal und im Westen durch die Havelrinne begrenzt. Charakteristisch für die flachhügelige Moränenplatte ist eine starke Gliederung durch vielfach verzweigte Schmelzwasserrinnen, die häufig als Fließgewässer mit meist geringem Gefälle ausgebildet sind. Außerdem bilden sich in Mulden, die keinen natürlichen Abfluß bieten, Tümpel und Niedermoore aus (z. B. der Rotpfuhl). Daneben gibt es eine Vielzahl von Toteiskesseln (Sölle, z. B. der Sandsee). Die lanschaftlichen Kleinformen bieten die Grundlage für zahlreiche wertvolle Biotope.
Diese vielfältige Landschaft wurde in der Saalekaltzeit geprägt (die Grundmoränenbildung), weichselkaltzeitlich überformt (Grundmoränenbildung, Schmelzwasserbildungen, Fluß- und Urstromtalablagerungen und Windablagerungen) und von holozänen Moorbildungen überlagert.
Landschaftsformen
Geschiebemergelflächen
Die Geschiebemergelflächen des Barnim - als Folge der letzten Vereisung - bestehen aus geschichteten sogenannten "Vorschüttsanden", die von den Schmelzwässern des vorrückenden Inlandeises vor dem Eisrand ausgebreitet wurden. Beim Abschmelzen des Inlandeises hat sich die ungeschichtete Masse des Geschiebemergels abgelagert, in dessen kalkig-tonig-sandigen Hauptbestandteilen sich unregelmäßig verteilte Reste der durch Eis zerriebenen Gesteinsmassen befinden. Bei schnellerem Abschmelzen wuschen die Wassermassen die feineren Bestandteile aus der Grundmoräne heraus und hinterliesen mehr oder weniger geschichtete Sande. Der Boden entstand durch Verwitterung nach der Eiszeit (Zerfall, Zersetzung,Ausspülung, Tätigkeit von Pflanzen und Tieren).
Unter der oberen Verwitterungsschicht lagert der unverwitterte Geschiebemergel. Der schwer wasserdurchlassende Mergel, unter dem häufig Tonschichten lagern, wirkt als Wasserstauer. Man findet überall in der Umgebung ehemalige, mit Grundwasser gefüllte Tonstiche, z.B. die Naturdenkmäler Börner See und Sumpfsee. Ein großer Teil Hohen Neuendorfs ist durch flächige Ausbildungen von Geschiebemergel (Mächtigkeit 10-15 m) geprägt, der von mehr oder weniger mächtigen glazifluvialen Sanden überdeckt ist.
Die Formung der Dünen
Ehe nach Abschmelzen des Eises vor ca. 8- bis 10.000 Jahren Pflanzen die lockeren Ablagerungen überdeckten und befestigten, wurden durch West-Südwest-Winde des kalten Kontinentalklimas große Mengen Sand aufgewirbelt und zu Dünen abgelagert. Riesige Dünen überlagern die Geschiebemergelflächen im östlichen Bereich Hohen Neuendorfes und bilden die höchsten Erhebungen in der Umgebung (z. B. am Rande von Bergfelde 70,9 mNN). Im allgemeinen gehört der Sand der Binnendünen zu den ärmsten Sanden. Auf diesen Flächen ist die genügsame Sandbirke zuhause, meist in Verbindung mit der Kiefer, bei verfügbarem Grundwasser aber sogar mit der Eiche. Durch menschlichen Einfluss hat eine starke Verformung stattgefunden. Bebauung und in besonders nachhaltiger WEise der Bau der Nordbahn und der tiefe Einschnitt der Autobahn A10 Berliner Ring haben große Dünenbereiche verändert.

